Die neue EU-Richtlinie zur Cybersicherheit (NIS-2) verschärft die gesetzlichen Anforderungen an die IT-Sicherheit drastisch. Der Transport- und Logistiksektor zählt dabei zu den „wichtigen Sektoren“. Viele mittelständische Speditionen und Logistikdienstleister im Raum Ulm stehen nun in der Pflicht, ihre IT-Infrastruktur abzusichern. Wir zeigen Ihnen, ob Sie betroffen sind und was Sie jetzt tun müssen.
Wer ist in der Logistik von NIS-2 betroffen?
Grundsätzlich betrifft NIS-2 Unternehmen im Bereich Transport und Logistik (Straße, Schiene, Luft, Wasser), wenn sie:
- Mindestens 50 Mitarbeiter beschäftigen ODER
- Einen Jahresumsatz bzw. eine Jahresbilanz von über 10 Millionen Euro aufweisen.
**Achtung:** Auch kleinere Betriebe können indirekt betroffen sein, wenn sie als Zulieferer oder Dienstleister für größere, NIS-2-pflichtige Konzerne arbeiten und diese Sicherheitsnachweise in der Lieferkette verlangen.
Die wichtigsten NIS-2 Pflichten für Geschäftsführer
NIS-2 ist kein reines IT-Thema – es ist **Chefsache**. Geschäftsführer haften im Ernstfall persönlich für Versäumnisse bei der Risikoanalyse und Schadensbegrenzung.
- Risikomanagement: Implementierung von Sicherheitskonzepten für Netzwerke, Verschlüsselung, Backup-Systeme und Zugriffskontrollen.
- Meldepflichten: Sicherheitsvorfälle (z. B. Ransomware-Angriffe, Datenabfluss) müssen innerhalb von 24 Stunden dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gemeldet werden.
- Schulungspflicht: Geschäftsführer und Führungskräfte müssen regelmäßige Schulungen zur Cybersicherheit absolvieren und nachweisen.
Praktische NIS-2 Checkliste für Logistik-KMUs
Diese 5 technischen Maßnahmen sollten Sie kurzfristig umsetzen, um den Grundschutz nach NIS-2 zu gewährleisten:
- Zwei-Faktor-Authentifizierung (MFA): Pflicht für alle externen Zugriffe (Home-Office, VPN, E-Mail-Konten).
- Redundante Datensicherung: Einspielen von automatisierten, unveränderlichen (Immutable) Backups nach der 3-2-1-Regel.
- Netzwerk-Segmentierung: Trennung von Büro-Netzwerk, Lagerhallen-WLAN und Telematik-Servern.
- Incident-Response-Plan: Ein strukturierter, ausgedruckter Leitfaden für den Fall eines Cyber-Angriffs (Wer wird informiert? Wie werden Systeme isoliert?).
- Patch-Management: Automatisierte Updates für Firewalls, Router und alle Server.
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